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WochenPost, 9. Januar 2017

Zwei Heimaten in einer Ausstellung

 

Die Malerin Ludmilla Hirsch stellt Bilder in der Dorper Kirche aus.

Solingen. (FM). Nicht jeder Künstler kann zwei Staaten seine Heimat nennen. Aus dem Gefühl in zwei ganz unterschiedlichen Weltgegenden verwurzelt zu sein, hat die Solinger Malerin Ludmilla Hirsch einen ganz eigenen Malstil entwickelt. Seit dem 8. Januar werden Bilder der Deutschrussin in der Dorper Kirche ausgestellt.

Foto: Meurer

Die Bilder von Künstlerin Ludmilla Hirsch sind bis zum 4. Februar in der Dorper Kirche an der Schützenstraße 159 zu sehen.

Die 1955 in Sibirien geboren Künstlerin lebt seit 1998 in Deutschland und ist in ihrem Leben von zwei ganz unterschiedlichen Kulturen beeinflusst worden.
Entsprechend trägt die am Sonntag eröffnete Ausstellung den Titel »Zwei Heimaten in meinem Herzen«. Zur Eröffnung gab es am 8. Januar neben den Bildern auch Klaviermusik sowie literarische Texte, die von der Autorengruppe »Prosablüten« vorgetragen wurden.
Insgesamt 22 Werke werden in der evangelischen Kirche bis zum 4. Februar ausgestellt. Im Zeitraum zwischen 2007 und 2016 entstanden, handelt es sich um Öl-, Acryl- sowie Aquarellbilder. Zum Malen ist die Solingerin eher zufällig gekommen. Am Anfang stand ein Gutschein für einen Malkurs bei der Kölner Künstlerin Claudia Franzen.
»Es war schon in Sibirien mein Wunsch zu malen, doch in Deutschland habe ich mich erst darum gekümmert«, so Hirsch. Zu einer ersten Ausstellung kam es 2013.

In ihren Bildern nimmt sie vielfach Naturmotive auf und malt Wälder, Pferde, Wiesen, Vögel und sogar Heuhaufen.

Bilder von Russland und dem Bergischen Land
Viele Darstellungen können im Bergischen Land ebenso angesiedelt sein, wie in den Weiten Russlands. »Wenn ich beide Heimaten vergleiche, dann stelle ich fest, dass sie beide sehr schön sind«, sagt Ludmilla Hirsch. Die Ausstellung »Zwei Heimaten im meinem Herzen« ist noch bis zum 4. Februar kostenlos in der Dorper Kirche zu sehen. Geöffnet ist montags von 10 bis 12 Uhr, mittwochs von 14.30 bis 17 Uhr sowie sonntags nach den Gottesdiensten.

Quelle: WochenPost

 

RP Online, 11. Januar 2017

Zwei Orte zu einer Heimat vereint

Solingen. Die Künstlerin Ludmila Hirsch setzt sich in ihrer neuen Ausstellung mit dem Thema "Heimat" auseinander. Von Sandra Grünwald

asdfFOTO: Stephan Köhlen

Im lichten Raum der evangelischen Kirche Dorp hängt ein Bild, das den Titel der Ausstellung wie kein anderes transportiert. In zarten Aquarellfarben ist ein Weg zu sehen, der auf der linken Seite von Birkenbäumen und auf der rechten Seite von Buchen gesäumt ist. Im Hintergrund ist rechts ein bergisches Dorf, auf der linken Seite die Basilius-Kathedrale von Moskau. Eingefasst ist das Bild in ein überdimensionales Herz. "Zwei Heimaten in meinem Herzen" heißt dann auch die Ausstellung der 1955 in Sibirien geborenen Künstlerin Ludmila Hirsch in der Dorper Kirche.

Bezeichnend ist, dass auf diesem Bild der Weg mitten durch die beiden "Heimaten" führt. Unter der friedvollen Ruhe der Baumkronen liegt keine Kreuzung, an der sich der Wanderer für eine Richtung entscheiden müsste. Und so sieht es auch Ludmila Hirsch. "Ich vergleiche nicht einen Ort mit dem anderen", betont sie. "Es ist überall schön." So versucht sie, in ihren Bildern beide Orte, die ihr zur Heimat wurden, in einem zusammen zu fassen. Es sind nicht zwei Herzen, die in ihrer Brust schlagen, es sind zwei Heimaten, die sie in ihrem Herzen trägt.

Insgesamt 22 Werke, die zwischen 2007 und 2016 entstanden sind, hat Ludmila Hirsch für ihre Ausstellung in der Dorper Kirche ausgesucht. Das meiste sind Ölbilder, aber auch einige Aquarelle und wenige Acrylbilder sind dabei. Malen wollte Ludmila Hirsch schon ihr Leben lang, doch erst, als sie 2006 von einer Freundin einen Gutschein für einen "Maltag" mit der Kölner Künstlerin Claudia Franzen geschenkt bekam, wusste sie sicher: "Das will ich".

Viele der Ölbilder zeigen Impressionen aus ihrer sibirischen Heimat. "Ich war zu Besuch dort und habe fotografiert", erzählt Ludmila Hirsch. Die Fotos habe sie dann zu ihren Bildern inspiriert. Pferde auf einer Weide, Nadelbäume, ein eingezäunter Heuhaufen entführen die Betrachter in eine Idylle, die nicht nur eine andere Welt spiegelt, sondern gleichsam in eine heile Vergangenheit weist, ohne dabei kitschig zu erscheinen. Denn Ludmila Hirsch kennt, was sie malt. Sie hat selbst als Kind bei der Heuernte mitgeholfen und erinnert sich an den Geruch und die Atmosphäre. "Das habe ich versucht, in das Bild aufzunehmen." Die neueren Werke beschäftigen sich mit den Gefühlen der Künstlerin, die bereits seit 19 Jahren in Deutschland lebt, zu ihrer Bergischen Heimat. Auch, wenn sie hier gleichfalls etliche Naturmotive darstellt, sind es vor allem innere Bilder, die von einem intensiven Ausdruck sind, und zum Nachdenken anregen.

Die Ausstellung "Zwei Heimaten in meinem Herzen" wird am 8. Januar um 12.30 Uhr in der Dorper Kirche eröffnet. Aus diesem Anlass lesen Mitglieder der Autorengruppe "Prosablüten" Geschichten, die zu den ausgestellten Bilder entstanden sind. Die Enkelin der Künstlerin, Elisabeth Hirsch, wird die Vernissage mit Klaviermusik umrahmen.

Quelle: RP

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